AVP Stuttgart besucht Stadtbibliothek

Dass sie zu einer der schönsten Stadtbibliotheken zählt und mit Sicherheit einer der instagramablesten Orte Stuttgarts ist, wussten wir bereits. Und natürlich haben wir dennoch auch bei unserer Führung die umgedrehte Stufenpyramide von allen Stockwerken, aus allen Perspektiven, mit und ohne Selfie fotografisch festgehalten. Dann waren wir alle von den Socken, welch Liebe zum Detail in allen Stockwerken zu finden ist und mit welch großer Begeisterung Event-Manager und Kurator Tobias Wengert uns von all dem berichtete: Im „Herz“, im kubusförmigen Innenraum, starteten wir und erfuhren, dass die Leere dieses Raumes vom koreanischen Architekten als eine Art innere Reinigung gedacht ist. Wer von draußen in die Stadtbibliothek kommt, kann hier seinen Ballast abwerfen, bevor der Geist in jeder Etage mit neuen Impulsen gefüttert wird.
Wir stiegen nach unten in Richtung Max-Bense-Forum, dem „Bunker“, und wähnten uns zunächst im falschen Kontext, als wir vor den blank polierten Goldbuchstaben CHER standen. Bis wir von Tobi Wengert aufgeklärt wurden, dass dies die Buchstaben waren, die einst am jetzigen Stadtpalais hingen. „STADT“ hat das Palais behalten, BÜ CHER EI zogen in die neue Bibliothek. Über den Backstage-Bereich fuhren wir ganz nach oben, wo wir hin und weg von der Graphothek waren, einer Sammlung aus ca. 3.000 Kunstwerken, die ganz genauso ausgeliehen werden können wie Bücher. Nur inklusive praktischem Transportkarton mit Tragegriff, und die dann für 2 Monate die eigenen vier Wände schmücken können.
Vorbei am Café Lesbar mit Vasen in Buchform ging es Etage für Etage auf Entdeckungstour. Wer hätte gedacht, dass die Stadtbibliothek Trauungen anbietet? Das Zimmer „Fräulein Friz“ (benannt nach der ersten Bibliothekarin Stuttgarts) macht’s möglich – mit fantastischem Blick auf den Kessel. In der Etage mit Ratgebern und Sachbüchern gibt es Saatgut zum Leihen. „Das ist allerdings eher eine Einbahnstraße“, erzählt Tobi lachend. Waren früher Noten, Kassetten und CDs der Renner in der Musik-Ecke, sind es jetzt Instrumente, die mit nach Hause genommen werden können. Sogar eine Singende Säge und ein Waschbrett stehen zum Verleih parat. Letzteres wurde allerdings noch nie ausgeliehen. Auch ein Klangstudio mit e-Instrumenten hat die Stadtbibliothek zu bieten, wo sich Hobbymusizierende für eine Aufnahme treffen können. Die „Bibliothek für Schlaflose“ bietet Unterhaltung bei Jetlag oder ähnlichen schlaflosen Zuständen außerhalb der ohnehin langen Öffnungszeiten (Montag bis Samstag, 9 bis 21 Uhr). Die eigentlichen Hauptakteure, die 833.592 Bücher, werden bei so viel Außergewöhnlichem fast zur Nebensächlichkeit. Aber nur fast. In jedem Fall haben sie mit der Stadtbibliothek eine sensationelle Heimat, die immer und immer wieder ein Besuch wert ist – nicht nur fürs Insta-Foto.

http://www.stadtbibliothek-stuttgart.de

Text: Kathrin Hage

Kontakt

AVP Servicebüro – Judith Ribbe
c/o Haus des Buches
Braubachstr. 16
60311 Frankfurt/M.
service@avp-netzwerk.de

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